Meine 3D-Micro im 3D-Druck.

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GER OK 712
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Meine 3D-Micro im 3D-Druck.

Beitrag von GER OK 712 »

Hallo liebe MM-Segler,

Heute möchte ich Euch meine 3D-Micro vorstellen. Das ist ein Boot auf der Basis der
Micro Magic. Ein Boot das 3D gedruckt werden kann.


3D MM-11.jpg
3D MM-11.jpg (136.21 KiB) 428 mal betrachtet
Das Bild ist von meinem Freund Achim Pelka. Meine Micro hat er bei der Erstfaht Fotografiert.
Danke, Eine schöne Erinnerung. Und ein tolles Foto.

Vor ca. 3 Jahren habe ich mir einen 3D-Drucker gekauft. Das Ziel ist mit dieser Maschine
Modellboote zu drucken.
Mein Drucker mit Bauteile der 3D-Micro
Mein Drucker mit Bauteile der 3D-Micro
DSC00564.JPG (253.68 KiB) 627 mal betrachtet

Die große Frage, Wie geht das?
Leider mußte ich feststellen so einfach ist das dann doch nicht. Für das Drucken benötigt man
3D-Modelle. Alle möglichen Modelle findet man schon auf verschieden Internetseiten.
An ein Modellboot ist zu dieser Zeit nicht zu denken.
Die erste Erkenntnis lautet, selber machen. Dazu benötigt man ein 3D-CAD Programm.
Wie bedient man diese Programme? Und welche Programme sind für mich geeignet?

Schnell stellten sich bei meiner Suche zwei Richtungen heraus. Kaufsoftware und Free Programme.
Gute Kaufprogramme die auch für die Rumpfkonstruktion verwendet werden können sprengen
schnell die Hobbymodellbaukasse auf Jahre. Das ist also nicht mein Weg.

Die Free Programme sind aber auch sehr gut. Fusion360, FreeCAD oder Blender standen in der
engeren Auswahl. Das Ausprobieren dieser Programme machte mir richtig Spaß. Und ich merkte
Blender liegt mir besonders. Die Art der Modellierung (das ist eine Meshmodellierung) entspricht
meiner Denkweise am besten. Ich sehe während der Arbeit wie sich mein Objekt unter meinen
Händen (Computer-Maus) verändert. Man kann die Arbeit mit einen Bildhauer vergleichen.
Blender ist ursprünglich nicht für Konstruktionsarbeiten gedacht. Trotzdem hat das Programm
einen mächtigen Bereich in dem ich Präzision-Modellierung durchführen kann. Und den nutze ich für mein Vorhaben.

Zusammenfassend kann ich sagen. Ein 3D-Drucker ist kaum zu gebrauchen ohne ein
3D-CAD Programm.



Für die Konstruktion brauche ich einen Bauplan. Auf einer russischen MM-Seite habe ich einen gefunden. Diesen werde ich als Vorlage nutzen.
Als erstes konstruiere ich das Boot in meinen 2D-CAD Programm nach. Das Programm nutze ich schon viel Jahre. Damit kenne ich mich aus.
Das Nachkonstruieren klappt damit gut. So nach und nach wird mir klar wie Thomas das Boot
konstruiert hat. Ich lerne seine „Konstruktionshandschrift“ kennen. Meine Bewunderung für sein Können wird dadurch noch größer.

DSC00476.JPG
DSC00476.JPG (208.13 KiB) 627 mal betrachtet

DSC00477.JPG
DSC00477.JPG (264.2 KiB) 627 mal betrachtet
DSC00478.JPG
DSC00478.JPG (236.88 KiB) 627 mal betrachtet
DSC00584.JPG
DSC00584.JPG (163.03 KiB) 627 mal betrachtet

Um das Boot in der 3. Dimension darzustellen nutze ich auch erst einmal das DelftShip Programm.
Das ist ein Schiffbauprogramm. Damit kann man ein Boot Dreidimensional nachbauen.
Das Programm kenne ich auch schon viele Jahre. Und ich arbeite damit sehr gerne.
Leider funktioniert der Datenaustausch zwischen dem 2D-CAD und DelftShip nicht.
Die Spantkoordinaten müßen von Hand übertragen werden. Für jeden Punkt muß ich den
X,Y,Z-Wert von Hand eintragen. Na, Ja das dauert. Ist eben virtueller Modellbau.
Und es ist schön zu sehen wie mit jedem neuen Punkt das Boot wächst.

Hier ist das Boot noch im FreeShip-Programm zu sehen. <br />Der Vorläufer und die Urversion von DelftShip.
Hier ist das Boot noch im FreeShip-Programm zu sehen.
Der Vorläufer und die Urversion von DelftShip.
DSC00479.JPG (212 KiB) 627 mal betrachtet



Heute höre ich mit dem Schreiben auf. Laufende Berichtteile folgen.......Bis zur Fertigstellung der 3D-Micro.


Einen Gruß Kuddel
Zuletzt geändert von GER OK 712 am 10.12.2021, 09:23, insgesamt 1-mal geändert.
GER OK 712
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Re: Meine 3D-Micro im 3D-Druck.

Beitrag von GER OK 712 »

Hallo liebe MM-Segler,

Geschafft. Das Boot ist nun komplett in DelftShip aufbereitet.

Viele Daten die für den Schiffbau nötig und wichtig sind kann ich mit dem Programm
ermitteln. DelftShip ist dafür ausgelegt. zB. sind die gesamten hydrostatischen Daten der MM
zu sehen. Aber ein Ausbau und ein Anpassen für den 3D-Drucker kann ich mit DelftShip nicht
machen. Jetzt kommt Blender ins Spiel. Den Ausbau bearbeite ich in diesem Programm.

MM FS.PNG
MM FS.PNG (238.86 KiB) 594 mal betrachtet


Man kann die Daten auch in einem Dokument darstellen und ausdrucken.
Man kann die Daten auch in einem Dokument darstellen und ausdrucken.
MM FS Hydro.PNG (258.04 KiB) 594 mal betrachtet


Und diesmal habe ich Glück. Der Datenaustausch funktioniert mit der Obj-Datei sehr gut.
Ein Klick und das Boot ist in Blender angekommen.

Das ist das Mesh das mit der obj-Datei aus FreeShip/DelftShip exportiert wird.
Das ist das Mesh das mit der obj-Datei aus FreeShip/DelftShip exportiert wird.
MM FS Mesh.PNG (638.82 KiB) 594 mal betrachtet
Micro Magic Grundmodell_Uhrmodell neu.png
Micro Magic Grundmodell_Uhrmodell neu.png (902.51 KiB) 594 mal betrachtet
Das Boot ist in Blender angekommen und der Ausbau kann beginnen.



Der Ausbau. Erste Überlegungen.
Die MM ist 530/535mm lang. Die paßt nicht in den Bauraum meines 3D-Druckers. Das Boot muß in
drei Segmente geteilt werden. Aber die Schnitte sollten wohl überlegt sein. Ist eine Trennstelle auf
der Schwertkastenlinie ist das sehr ungünstig. Das muß vermieden werden. Zu der damaligen Zeit
bin ich noch mit der Konstruktion sehr unerfahren. Habe Fehler gemacht. So einige Drucke sind in
den Müll gewandert. Versuch und Irrtum ist mein Lehrmeister…….
Micro Magic Segmente.png
Micro Magic Segmente.png (823.35 KiB) 594 mal betrachtet
Für diese Aufteilung habe ich mich entschieden.



In der neuen Folge zeige ich Euch mehr............

Kuddel
GER OK 712
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Re: Meine 3D-Micro im 3D-Druck.

Beitrag von GER OK 712 »

Hallo liebe MM-Segler,

Das sind Bilder der 3D-Micro im Blender CAD. Sie geben einen kleinen Eindruck wie im Programm gearbeitet wird.
Und ich glaube nun wird es Verständlich? Warum ich von virtuellen Modellbau spreche.

DSC00471.JPG
DSC00471.JPG (190.2 KiB) 593 mal betrachtet
DSC00472.JPG
DSC00472.JPG (201.93 KiB) 593 mal betrachtet
DSC00465.JPG
DSC00465.JPG (184.36 KiB) 593 mal betrachtet
DSC00466.JPG
DSC00466.JPG (201.16 KiB) 593 mal betrachtet
Kuddel
GER OK 712
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Re: Meine 3D-Micro im 3D-Druck.

Beitrag von GER OK 712 »

Hallo liebe MM-Segler,

Ein sicheres Zusammensetzen der Segment erfordert auch eine besondere Überlegung.
Die Rumpfhaut ist im Durchschnitt nur 0,55mm Dick. Damit ist das stumpfe Zusammenkleben der Segmente
nicht möglich. Dafür habe ich einen Ring an der Schnittstelle abgenommen und diesen um die
Wandstärke kleiner skaliert. Ausgedruckt und als Verbindungsstück eingesetzt.

Abgeschaut habe ich mir das System bei einem Modellbauer aus Australien. Der stellt seine
Vorgehensweise auf dieser Internetseite vor (https://3dprintedradioyachts.com/why-3d-printing/).
Er baut eine IOM mit der 3D-Technologie.

Ich mußte feststellen nur einen Ringstreifen als Fügematerial zu nutzen ist doch ungeeignet.
Der Bootsrumpf könnten Spanten gebrauchen. Es ist eine Weiterentwickelung entstanden.
Die sieht nun so aus.
Ringstreifen mit eingefügten Spant.
Ringstreifen mit eingefügten Spant.
Micro Magic Spannt_Arbeitsmodell.png (744.04 KiB) 556 mal betrachtet
So ist das Prinzip der Montage.
So ist das Prinzip der Montage.
Micro Magic Grundmodell_Arbeitsmodell April 2019 Explosion.png (568.35 KiB) 556 mal betrachtet
Leider das Bild ist unscharf. Ich wollte es euch trotzdem nicht vorenthalten. Bugsegment
Leider das Bild ist unscharf. Ich wollte es euch trotzdem nicht vorenthalten. Bugsegment
DSC00489.JPG (128.73 KiB) 556 mal betrachtet
Hecksegment
Hecksegment
DSC00488.JPG (266.84 KiB) 556 mal betrachtet
Mittelsegment
Mittelsegment
DSC00487.JPG (258.98 KiB) 556 mal betrachtet
Heck.jpg
Heck.jpg (184.94 KiB) 556 mal betrachtet
Boot vor dem Zusammensetzen.
Boot vor dem Zusammensetzen.
DSC00486.JPG (309.3 KiB) 556 mal betrachtet


Später ist mir die Idee einer Sicke eingefallen. Die Fügestelle ist genauer und das Boot wird
haltbarer. Auch an dieser Stelle ist eine Weiterentwickelung erfolgt.
Bauteil mit Sicke. Das Zusammenfügen wird genauer.<br />Die Produktion und Herstellung ist einfacher.
Bauteil mit Sicke. Das Zusammenfügen wird genauer.
Die Produktion und Herstellung ist einfacher.
MM 2020 V4.1.0.png (399.92 KiB) 556 mal betrachtet

Kuddel
GER OK 712
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Re: Meine 3D-Micro im 3D-Druck.

Beitrag von GER OK 712 »

Hallo liebe MM-Segler,

Die Rumpfhaut drucke ich im Vasenmodus. Dabei wird der Filamentfaden in einer Endlosschleife
abgelegt. Spirale oder Gewindegang einer Schraube sind paßende Beispiele dafür. So kann man
sich das Vorstellen.
Bei dieser Druckmethode muß die Konstruktion besonders auf die Drucktechnologie angepaßt
sein. Es besteht die Gefahr von Lücken in der Rumpfhaut. Darum habe ich die Plicht meiner
3D-Micro verändert. Sie weicht von dem originalen Boot ab. Eine Anlaufschrägen
von ca. 60° vermeidet die angesprochenen Lücken.

DSC00484.JPG
DSC00484.JPG (201.48 KiB) 525 mal betrachtet
Boot1.jpg
Boot1.jpg (167.27 KiB) 525 mal betrachtet
MM 2020 V4.1.0 Heck.png
MM 2020 V4.1.0 Heck.png (491.77 KiB) 525 mal betrachtet

Kuddel
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Marco
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Re: Meine 3D-Micro im 3D-Druck.

Beitrag von Marco »

Hallo Kuddel,

bislang wirklich super interessant und optisch jetzt schon ein tolles Ergebnis. *TOP*

Was erreichst du denn für eine Rumpfdicke und wie schwer ist denn der fertig gedruckte Rumpf?

Viele Grüße

Marco
GER 5830
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Oliver
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Re: Meine 3D-Micro im 3D-Druck.

Beitrag von Oliver »

Hallo Kuddel,

Danke für die Beschreibung und Bilder. Bin mal auf die nächsten Berichte und ersten Segelbilder gespannt.

Schöne Grüße
Oliver
GER 463 - Flotte Kemnader See
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A-55
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Re: Meine 3D-Micro im 3D-Druck.

Beitrag von A-55 »

Hallo Kuddel,

das sieht richtig gut aus!

SG Udo
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GER OK 712
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Re: Meine 3D-Micro im 3D-Druck.

Beitrag von GER OK 712 »

Hallo liebe MM-Segler,

@ Marco

Wandstärke ist ausgelegt für 0,55mm. Die Sicke ist dafür konstruiert. Den Drucker kann man
darauf genau einstellen. Dieser Druckt dann in einer Toleranz zwischen 0,5-0,6mm.
Das ist sehr Dünn. Trotzdem völlig ausreichend.
Hier ist zu sehen wie dünn die Rumpfhaut aussieht.
Hier ist zu sehen wie dünn die Rumpfhaut aussieht.
DSC00574.JPG (322.45 KiB) 466 mal betrachtet
Gewicht entspricht der MM aus dem Baukasten. Abspecken ist möglich. Darauf möchte ich
im laufenden Bericht genauer eingehen.

@ Oliver

Segelbilder habe ich auch noch. Kannst dich schon darauf freuen.

@ Udo und an alle anderen MM´ler.
Danke für die aufmunternden Worte. Es macht mir Spaß das euch zu zeigen.


Kuddel
Gerd MM
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Wohnort: 22523 Hamburg

Re: Meine 3D-Micro im 3D-Druck.

Beitrag von Gerd MM »

Hier bin ich ja im Segel Modellbau Büro. :)
Danke Kuddel. :P
Freue mich auf weitere Berichte & Bilder.
:D

VG
Gerd.
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